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Bernd Kreis Donnerstag, 29. August 2019 von Bernd Kreis

Betriebsrente für "Minijobber"?!

Laut der Bundesagentur für Arbeit befanden sich im Juni 2019 knapp 7,591 Millionen Arbeitnehmer in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis - mehr als die Hälfte davon (4,648 Millionen) im ersten Arbeitsverhältnis!

Dies hat selbstverständlich verschiedenste Ursachen und Beweggründe. Fakt ist aber unstrittig, dass ein Minijob-Verhältnis gravierende Auswirkungen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben kann.

Betrachten wir zuerst die Arbeitnehmerseite- die Diskussion "Minijob versus Rente" ist wohlbekannt. Im besten Fall erarbeiten sich Arbeitnehmer in 20 Jahren aus einem Minijob eine Rentenanwartschaft von derzeit ca. sagenhaften 89€. Das allerdings nur dann, wenn sie sich nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen - was wohl eher der Regelfall sein dürfte. Selbstredend, dass bei einem geringfügigen Einkommen der Spielraum für die, dringend erforderliche, private Altersversorgung (Altersarmut ist leider keine Erfindung der Assekuranzen sondern bittere Realität) äußerst überschaubar ist. Natürlich gibt es auch Konstellationen, wie zum Beispiel im Betrieb mitarbeitende Ehepartner, in denen das Modell "Minijob" perfekt passt und durchaus genau so gewählt ist. Doch auch in diesen Situationen kann man optimieren.

Aus Arbeitgebersicht ist der gravierendste Nachteil sicherlich der, dass ein Minijob bis auf extrem wenige Ausnahmen keinerlei Bindung des Mitarbeiters an das Unternehmen ermöglicht. In Zeiten des Mangels an Personal ein signifikantes Handicap! Und ehrlich gesagt, bei monatlich 450€ Einkommen wäre auch meine Loyalität zu einem Arbeitgeber eher überschaubar .... In bestimmten Branchen jedoch ist der Markt an Arbeitnehmern schlichtweg leergefegt, was die Planungssicherheit von Unternehmen ganz erheblich einschränkt. Sollte nun die Auftragssituation mehr Arbeitsleistung eines Minijobbers (den der Arbeitgeber möglicherweise nicht verlieren möchte) erfordern, wird es eng mit dem Minijob! Bei höherem Entgelt entfallen die pauschalen Abgaben!

Eine denkbare Lösung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

Warum sollte man eigentlich nicht nachdenken über eine "Betriebsrente" für geringfügige Arbeitsverhältnisse? Die Vorteile liegen doch ganz offensichtlich auf der Hand!

  • statt Gehaltserhöhung eine bAV (betriebliche Altersversorgung) - Mehrarbeit wird als Rentenanwartschaft vergütet!

  • bis 4% BBG (Beitragsbemessungsgrenze West) steuer- und sozialversicherungsfrei - der Status "Minijob" bleibt unverändert!

  • für Arbeitnehmer - der Minijob erwirtschaftet eine tatsächlich nennenswerte Rentenanwartschaft!

  • für Arbeitgeber - die bAV zählt als Betriebsausgabe und dient gleichermaßen der Mitarbeiterbindung wie auch der Abfederung von Auftragsspitzen!

  • Neugierig?

    Was muss ich tun, um auch mit Ihnen ins Gespräch zu kommen?

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